Verpflasterte Eintrittskarte für Making van Gogh. Foto: Frank Sträter Kommunikation

Im Zug zu Making van Gogh nach Frankfurt

Bild des Frankfurter Hauptbahnhofs. Foto: Frank Straeter

Mit Bahn oder Flixtrain zu Making van Gogh

Frankfurts Städel Museum hat van Goghs Bilder. Die DB die richtigen Bahntickets.

Als Vincent van Gogh sein Bahnticket löst, um per Zug nach Arles zu reisen, steht Frankfurts neuer Hauptbahnhof kurz vor der Fertigstellung. Für Kunstfreunde ein guter Grund, mit der Bahn anzureisen und "Making van Gogh. Geschichte einer großen Liebe" mit einem Spaziergang vom Bahnhof zum Städelmuseum einzuläuten. ÖPNV geht aber auch :-)

Frankfurt, im Oktober 2019 – Vincent van Gogh, der viel mit dem Zug reist, löst im Laufe seines kurzen Lebens zwar niemals ein Bahnticket nach Frankfurt. Seine Werke aber kommen dafür umso früher an den Main: Die 'Wagons de chemin de fer’, die er in Arles auf Leinwand festhielt, während Frankfurts neuer Bahnhof feierlich eröffnet wurde, schaffen es zwar nicht an den Main. Dafür erwirbt der Städel‘sche Museumsverein aber 1908 sein Bauernhaus in Nuenen sowie die Kartoffelpflanzerin – und befeuert so den Hype, den das Städel Museum heute mit der Ausstellung "Making van Gogh. Geschichte einer großen Liebe" feiert.

Vom Bahnhof ins Städel: Fußläufige Zeitreise in die Epoche Vincent van Goghs

Kunstfreunde, die schon auf dem Weg ins Städel in die Epoche van Goghs eintauchen möchten, sollten sich Zeit für einen rund einstündigen architekturhistorischen Spaziergang nehmen. Er führt vom 1888 fertiggestellten Bahnhof vorbei an der 1880 eröffneten Alten Oper zum 1876 erbauten Hotel Frankfurter Hof. Von dort gelangt man über den Römer zum 1868 errichteten Eisernen Steg, über den man das 1878 am Schaumainkai neu gebaute Städel Museum erreicht.

Guter Anschluss: Mit der U-Bahn ins Museum

Natürlich kann man den Weg vom Hauptbahnhof zum Städel auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln abkürzen. Am besten geht das mit der U4 Richtung Seckbacher Landstraße oder der U5 Richtung Preungesheim. Beide verlässt man eine Station später am Willy-Brandt-Platz, spaziert ein paar Meter Mainabwärts zur Städelbrücke und gelangt über sie zum Städelmuseum.

Alternative Flixtrain

Die grünen Flixbusse kennt mittlerweile wahrscheinlich jeder. Die grünen Flixtrains sind noch nicht ganz so bekannt, für Besucher der Frankfurter Buchmesse aber umso interessanter: Denn sie halten auf dem Weg zwischen Stuttgart und Berlin auch in Frankfurt. Stationen sind Stuttgart - Vaihingen - Heidelberg - Weinheim – Darmstadt – Frankfurt – Hanau – Fulda – Kassel – Göttingen – Hannover – Wolfsburg – Berlin. Falls die Abfahrtsbahnhöfe in Frage kommen, einfach mal einen Blick auf den FlixTrain-Fahrplan werfen.

Erst verkanntes Genie. Dann Shooting Star.

"Ich kann nichts dafür, dass meine Bilder sich nicht verkaufen lassen. Aber es wird die Zeit kommen, da die Menschen erkennen, dass sie mehr wert sind als das Geld für die Farbe." Vincent van Gogh

Die Hoffnung van Goghs hat sich zwar nicht mehr zu seinen Lebzeiten, aber wohl doch rascher erfüllt, als er es zu denken gewagt hatte: Schon 1910, also gerade mal zwanzig Jahre nach van Goghs Tod, blätterte Gustav Pauli, Museumsdirektor von Bremen und Hamburg, stolze 30.000 Reichsmark für van Goghs Mohnfeld hin.

Zeitgenössische Künstler warfen ihm zwar vor, sich zum Lakaien des Kunstmarkts gemacht zu haben. Aber selbst diese kritische Debatte befeuerte letztlich nur den Hype um den niederländischen Shooting Star, der auf dem deutschen Kunstmarkt seinen Anfang nahm.

Mit der Ausstellung ‚Making van Gogh. Geschichte einer deutschen Liebe‘ knüpft das Frankfurter Städel Museum an diese Liaison an und zeigt wichtige Werke van Goghs im Dialog mit Bildern deutscher Avantgardisten wie Ernst Ludwig Kirchner, Karl Schmidt-Rottluff oder Gabriele Münter. Die Ausstellung läuft vom 23. Oktober 2019 bis 16. Februar 2020.